Meldungen

Kurzmeldungen aus der Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Arbeit des GKV-Spitzenverbandes

Videosprechstunde kann breiter eingesetzt werden

(14.05.2019) Die Videosprechstunde kann seit kurzem in sehr viel weiterem Umfang als bisher eingesetzt werden. Krankenkassen und niedergelassene Ärzte haben sich darauf verständigt, dass die virtuelle Sprechstunde nicht mehr ausschließlich zur Verlaufskontrolle bei Patienten dient. Auch die bisherige Vorgabe, die Videosprechstunde nur bei bestimmten Krankheitsbildern und Indikationsbereichen einzusetzen, ist nun obsolet. Außerdem ermöglichen die Vertragspartner des Bundesmantelvertrags Videokonferenzen im Rahmen der Versorgung von Pflegebedürftigen. Ärzte und Pflegekräfte können sich so über konkrete Fälle austauschen und zusammen eine Lösung finden. Erstmals wird das Gespräch per Video ab jetzt in der psychotherapeutischen Betreuung von Patienten zum Einsatz kommen. Hintergrund für diese jüngsten Änderungen ist ein gesetzlicher Auftrag aus dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz.

Für den Einsatz der Videosprechstunde erhalten die Ärzte und Psychotherapeuten einen Technikzuschlag auf ihre Grundpauschale in Höhe von 4,33 Euro je Videogespräch bis zu einem Höchstwert von 205 Euro im Quartal.

Versicherte, die für das Arztgespräch eine Videosprechstunde nutzen wollen, brauchen ein internetfähiges Gerät mit Kamera, Mikrofon und Tonwiedergabe. Bekannte Anbieter von Videotelefonie wie z. B. FaceTime, Google Duo, WhatsApp oder Skype kommen derzeit aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht in Frage.

Bis Ende September wollen Ärzte und Krankenkassen weitere Anwendungsbereiche von Videosprechstunden im Rahmen der Versorgung von Pflegebedürftigen sowie der psychotherapeutischen Versorgung überprüfen. Bei den Psychotherapeuten wird es darum gehen zu prüfen, ob die Videosprechstunde auch in Verbindung mit Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie abgerechnet werden kann. Ebenfalls bis Ende September steht auf der Beratungsagenda eine Lösung zu finden, um die Videosprechstunde auch im Rahmen einer kompletten Fernbehandlung einzusetzen.

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