Qualitätsberichte der Krankenhäuser

Das Bild zeigt eine Krankenschwester beim Reinigen der Hände.

Bereits 2005, d. h. mit der Einführung einer Pflicht zur Qualitätsberichtserstattung für Krankenhäuser, verfolgte der Gesetzgeber das übergreifende Ziel, die Transparenz über die Qualität der Versorgung in den stationären Einrichtungen zu verbessern. Das heißt, interessierte Personen, wie Patienten, ihre Angehörigen sowie behandelnde Ärzte, sollen, insbesondere im Vorfeld einer Krankenhausbehandlung, auf diese Weise Zugriff auf unabhängige und aussagekräftige Informationen über Art, Umfang und Qualität der Leistungen von Krankenhäusern erhalten.

Damit wird gleichzeitig eine Grundlage für die vergleichende Darstellung und Empfehlungen über die Versorgungsqualität im Krankenhaus geschaffen - eine wesentliche Voraussetzung für eine echte Auswahlentscheidung von Patienten zwischen unterschiedlichen Leistungserbringern.

Gleichzeitig erhält das Krankenhaus selbst die Möglichkeit, die gewonnenen Erkenntnisse für das interne Qualitätsmanagement und die kontinuierliche Verbesserung zu nutzen und seine Leistungsfähigkeit professionell nach außen darzustellen.

Gesetzliche Grundlage und Akteure

Seit 2013 sind alle nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser verpflichtet, jährlich einen strukturierten Qualitätsbericht auf Standortbasis zu erstellen. Zuvor war die Erstellung des Qualitätsberichts alle 2 Jahre verpflichtend für die Krankenhäuser. Die gesetzliche Grundlage ist im § 137 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 SGB V verankert. Dort wird dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Aufgabe übertragen, Inhalte, Umfang und Datenformat der Berichte zu definieren und den Prozess der Übermittlung und Annahme zu strukturieren. Eine entsprechende Arbeitsgruppe im G-BA, die sich aus Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und der Patientenorganisationen zusammensetzt, arbeitet kontinuierlich an der inhaltlichen und technischen Weiterentwicklung des Berichts. Unterstützt wird die Gruppe von weiteren Beteiligten (Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Bundesärztekammer und des Deutschen Pflegerats) sowie externen Dienstleistern.

Die Veröffentlichung der Berichte bzw. der Berichtsdaten übernehmen gemäß der G-BA-Regelung die Landesverbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen sowie der Verband der Privaten Krankenversicherung jeweils spätestens zum 31. Januar des dem Erstellungsjahr folgenden Jahres. Das heißt: aktuell verfügbar sind die Qualitätsdaten des Jahres 2013, die des Jahres 2014 werden Ende Januar 2016 zur Verfügung stehen (Liste möglicher Suchmaschinen siehe unten).

Qualitätsberichte zum Downloaden

Die einzelnen Kassenarten kommen ihrer Publikationspflicht durch jeweils eigene Internetportale nach. Diese ermöglichen den Zugriff auf die Daten der Qualitätsberichte, um z. B. ein geeignetes Krankenhaus in einer bestimmten Region zu suchen oder Krankenhäuser miteinander zu vergleichen.

Lesehilfe Qualitätsberichte

Die Qualitätsberichte bieten einen umfassenden Überblick über die Strukturen, Leistungen und Qualitätsdaten eines einzelnen Krankenhauses und seiner Fachabteilungen. Damit die zum Teil sehr fachlichen Inhalte auch von Patienten und Versicherten verstanden werden, veröffentlicht der G-BA auf seiner Website eine sogenannte „Lesehilfe“. Diese Lesehilfe wird regelmäßig überarbeitet.

Inhalte der Qualitätsberichte

Inhaltliche Basis für die Qualitätsberichte bilden die Struktur- und Leistungsdaten eines Krankenhauses (z.B. Personalstruktur, Art und Anzahl durchgeführter Leistungen) bzw. Qualitätsindikatoren. Diese sind Werkzeuge und als solche notwendig für eine strukturierte und nachvollziehbare Bewertung von Versorgungsleistungen, z. B. die Anzahl an Pflegekräften pro Anzahl behandelter Patienten (Indikator für die Personalstruktur eines Krankenhauses) oder die Ein-Jahres-Überlebensrate nach einer Herztransplantation (Indikator für die Ergebnisqualität einer Fachabteilung). Durch solche Indikatoren kann gute von schlechter Qualität unterschieden, können Entwicklungen über unterschiedliche Zeiträume abgebildet, aber auch Leistungen und Leistungserbringer verglichen werden. Auch eine für die informierte Patientenentscheidung notwendige verständliche Darstellung der Versorgungsergebnisse hängt maßgeblich von der Art und dem Umfang der Indikatoren ab.

Der strukturierte Qualitätsbericht der Krankenhäuser gliedert sich in drei Teile:

  • A) Struktur- und Leistungsdaten des Krankenhauses bzw. des Krankenhausstandortes
  • B) Struktur- und Leistungsdaten der Fachabteilungen bzw. Organisationseinheiten
  • C) Qualitätsdaten aus der externen stationären Qualitätssicherung (esQS)

In den Abschnitten A und B stellen die Krankenhäuser die tatsächliche Versorgungsstruktur ihrer Einrichtungen dar. Dazu gehören Personalausstattung, Qualifikation der Mitarbeiter, Art und Anzahl der durchgeführten Leistungen und apparative Ausstattung ebenso wie Erreichbarkeit, Parkplatz- oder Essensangebote. Darüber hinaus werden mit dem Bericht 2013 auch Angaben zu Zielvereinbarungen leitender Ärzte gefordert, um Transparenz darüber herzustellen, ob Krankenhäuser für bestimmte Operationen, Eingriffe oder Leistungen finanzielle Anreize setzen. Weiterhin werden ab dem Berichtsjahr 2014 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken für Patienten in der Versorgung abgefragt (dazu gehören z. B. auch Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene).

Im Abschnitt C werden relevante Ergebnisse der externen stationären Qualitätssicherung berichtet. Dabei handelt es sich um dokumentierte Ergebnis- bzw. Prozessqualitätsindikatoren aus aktuell 30 Leistungsbereichen, wie z. B. Geburtshilfe, Herzchirurgie oder Hüft-Endoprothesen-Erstimplantationen. Alle Krankenhäuser sind seit 2001 verpflichtet, sich an diesem Verfahren zu beteiligen und im Rahmen des strukturierten Dialogs die Qualität der dokumentierten Leistungen zu verbessern. Seit 2006 werden für diesen Zweck besonders bewertete Qualitätsindikatoren in den Qualitätsberichten veröffentlicht. Mit der Weiterentwicklung des Verfahrens wächst die Zahl dieser Indikatoren kontinuierlich: Im Berichtsjahr 2010 wurden nur 28 von 182 Indikatoren veröffentlicht, für den Bericht des Jahres 2014 sind 279 der insgesamt 416 Qualitätsindikatoren der externen stationären Qualitätssicherung darzustellen.

Der GKV-Spitzenverband setzt sich für die Veröffentlichung aller geeigneten Qualitätsindikatoren ein, um ein möglichst umfassendes Bild von der Qualität in den einzelnen Bereichen zu erhalten und nicht zuletzt über die so geschaffene Transparenz einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in den Häusern zu erreichen.

Regelungen des G-BA gemäß § 137 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 SGB V über Inhalt, Umfang und Datenformat eines strukturierten Qualitätsberichts für nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser, einschließlich

Anlage 1: Inhalt, Umfang und Datenformat eines strukturierten Qualitätsberichts

  • Anhang 1: Datensatzbeschreibung
  • Anhang 2: Auswahllisten
  • Anhang 3: Qualitätsindikatoren aus den Verfahren gemäß QSKH-RL

Anlage 2: Annahmestelle und Datenlieferverfahren

Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses gemäß § 137 Abs. 1 SGB V i. V. m. § 135 a SGB V über Maßnahmen der Qualitätssicherung für nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser, einschließlich

Anlage 1: Einbezogene Leistungen im Erfassungsjahr 2015

Anlage 2: Sonderexport im Jahr 2015 für die Verfahren mit Follow-Up des Erfassungsjahres 2014

Anlage 3: Verfahren mit Follow-Up im Erfassungsjahr

Annahme der Qualitätsberichte

Die Rahmenbedingungen zur Annahme und Übermittlung der strukturierten Qualitätsberichte sind ebenfalls in der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) festgelegt. Auftraggeber für die entsprechende Annahmestelle sind der GKV-Spitzenverband und der Verband der Privaten Krankenversicherung. Mit der konkreten Umsetzung der Annahme und Weiterleitung der Berichte ist die Informationstechnische Servicestelle der gesetzlichen Krankenversicherung GmbH (ITSG) beauftragt.

Voraussetzung für die Berichtslieferung durch das Krankenhaus oder die auf Bundes- und Landesebene zuständigen Stellen ist eine Anmeldung bei der ITSG. Diese erfolgt online über ein Webformular (www.g-qb.de). Ab dem Berichtsjahr 2014 müssen sich nur jene Krankenhäuser neu anmelden, die sich für das Berichtsjahr 2013 noch nicht registriert haben. Die Registrierung ist vom 12.07.2015 bis zum 23.08.2015 möglich. Die Übermittlung der Qualitätsberichtsdaten erfolgt vom 15.10.2015 bis 15.11.2015 (Berichtsdaten der Krankenhäuser) bzw. vom 15.11.2015 bis 15.12.2015 (Daten aus der externen stationären Qualitätssicherung).

Seit dem Lieferverfahren für das Berichtsjahr 2013 gibt es außerdem die Möglichkeit zur Korrektur von fehlerhaften Anmeldedaten für die Krankenhäuser. Wichtig für eine Zusammenführung der Berichtsdaten der Krankenhäuser mit denen aus der externen stationären Qualitätssicherung ist, dass die identifizierenden Angaben (Institutionskennzeichen und Standortnummer) identisch sind. Aus diesem Grunde wird mit Abschluss der Registrierung bei der Annahmestelle geprüft, ob die Daten übereinstimmen. Gibt es Inkonsistenzen, erhalten die betroffenen Einrichtungen die Möglichkeit zur Korrektur ihrer Angaben. Details zu den Fristen und Verfahren sind auf der Internetseite der Annahmestelle nachzulesen.

Gemeinsames Ziel der Träger im G-BA ist es, die Struktur- und Qualitätsdaten möglichst aller Krankenhäuser zu publizieren. Um dies sicherzustellen, gibt es die Möglichkeit zur Nachlieferung von Berichten, d. h. der G-BA kann in Ausnahmefällen Nachlieferungen zustimmen oder den Ersatz von gelieferten Qualitätsberichten zulassen, wenn der Bericht aus Gründen, die dem Krankenhaus nicht zurechenbar sind, nicht fristgerecht angenommen oder nicht vollständig bzw. korrekt veröffentlicht werden kann.

Darüber hinaus hat der G-BA mit seinem Beschluss vom 20.03.2014 eine Sanktionsregel eingefügt: Krankenhäuser bzw. Krankenhausstandorte, die ihrer Berichtspflicht erstmals nicht nachkommen, werden ab dem Berichtsjahr 2013 namentlich auf der Internetseite des G-BA gelistet, um unmittelbar transparent zu machen, von welchen Einrichtungen keine gesetzlich geforderten Qualitätsinformationen öffentlich zugänglich sind. Wird auch im Folgejahr kein Bericht geliefert oder bleibt dieser unvollständig, so wird das entsprechende Krankenhaus mit einem Qualitätssicherungsabschlag von zunächst einem, und im Wiederholungsfall zwei Euro pro Krankenhausfall des Berichtsjahres belegt. Damit soll erreicht werden, dass alle Krankenhäuser ihrer Berichtspflicht nachkommen und vollständige Daten übermitteln. Nur so kann die für die Versicherten und Patienten notwendige Transparenz über das Leistungsgeschehen in den stationären Einrichtungen geschaffen werden.