Seit dem Jahr 2003 verhandeln Krankenhäuser auf Basis des DRG-Systems. In den Budgetverhandlungen legen die Vertragsparteien nach § 18 Absatz 2 Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) unter Beachtung des Versorgungsauftrages die Leistungsstruktur und das Budget des Krankenhauses fest. Das Budget besteht neben dem Erlösbudget für DRG-Leistungen aus der Erlössumme für sonstige Leistungen, wie zum Beispiel neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden oder Leistungen für besondere Einrichtungen. Die Preise für sonstige Leistungen werden zwischen Krankenhaus und Kostenträgern individuell vereinbart. Seit 2020 werden die Pflegepersonalkosten der Krankenhäuser aus den DRG-Fallpauschalen ausgegliedert und parallel zu den DRG-Fallpauschalen über ein krankenhausindividuelles Pflegebudget nach dem Selbstkostendeckungsprinzip finanziert.
Für die DRGs wurde letztmalig im Jahr 2008 ein krankenhausspezifischer Basisfallwert vereinbart.
Durch das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG) wurde im Jahr 2009 der letzte Konvergenzschritt aufgrund der Divergenzproblematik auf die Jahre 2009 und 2010 aufgeteilt. Mit Beginn des Jahres 2010 ist die Konvergenzphase nunmehr vollständig abgeschlossen und alle Krankenhäuser werden mittels eines einheitlichen Landesbasisfallwertes vergütet.
Die Budgetverhandlungen für psychiatrische Krankenhäuser und Einrichtungen für psychosomatische Medizin und Psychotherapie werden auf Basis der Bundespflegesatzverordnung (BPflV) geführt. Dem Grundprinzip des „lernenden Systems“ folgend werden die pauschalierenden Entgelte kontinuierlich sachgerecht weiterentwickelt. Ergänzende, tagesbezogene und pauschalierende Vergütungselemente werden eingeführt, um einen erhöhten Behandlungsaufwand im Verlauf der Behandlung adäquat zu berücksichtigen.
Mit dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz (KHPflEG) wurden die Vertragsparteien auf Bundesebene beauftragt, zur Beschleunigung der prospektiv zu führenden Budgetverhandlungen mit den Krankenhäusern Vorgaben zur Dokumentation der Verhandlungsunterlagen und des Eingangs von Daten festzulegen. Des Weiteren sollen die Voraussetzungen für die Vereinbarung eines Abschlages für nicht fristgerechte Datenlieferungen geregelt werden. Da die Problematik der verzögerten Budgetverhandlungen und der sich daraus ergebende Handlungsbedarf auch für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser besteht, werden die neuen Fristvorgaben für die Durchführung von Budgetverhandlungen und die Vorgabe zum automatischen Tätigwerden der Schiedsstelle wie im Anwendungsbereich des Krankenhausentgeltgesetzes (KHEntgG) auch auf psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen erstreckt.