Modellvorhaben zur Erprobung von Leistungen der häuslichen Betreuung durch Betreuungsdienste
nach § 125 SGB XI

Ein Pfleger sitzt mit einer Pflegebedürftigen am Tisch und zeigt und erklärt ihr etwas.

Der GKV-Spitzenverband hat mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Gesundheit die Umsetzung der „Modellvorhaben zur Erprobung von Leistungen der häuslichen Betreuung durch Betreuungsdienste“ gemäß § 125 SGB XI auf den Weg gebracht.

Schon heute gibt es nach § 124 des Elften Sozialgesetzbuchs einen Anspruch auf Betreuungsleistungen. Pflegebedürftige der Pflegestufen I bis III sowie Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz können nun allerdings – anders als bisher - auch durch professionelle Betreuungsdienste und nicht ausschließlich durch zugelassene ambulante Pflegedienste versorgt werden. Im Rahmen eines Modellprojekts werden Betroffene durch diese Dienste unterstützt, um beispielsweise ihren Tagesablauf zu organisieren oder soziale Kontakte zu pflegen. Dies erfolgt in Abgrenzung zu den heute ebenfalls möglichen niedrigschwelligen Betreuungsleistungen, die in der Regel durch ehrenamtlich tätige Personen erbracht werden.

Der GKV-SV hatte die Voraussetzungen einer Vielzahl interessierter Betreuungsdienste sorgfältig geprüft. In den beteiligten Bundesländern wurden anschließend zwischen den ausgewählten Betreuungsdiensten und den jeweils zuständigen Landesverbänden der Pflegekassen Versorgungsverträge geschlossen. Bundesweit wurden so insgesamt 47 Betreuungsdienste in das Modellprogramm aufgenommen, deren Kontaktdaten hier abgerufen werden können.

Den Zuschlag für die wissenschaftliche Begleitung erhielt die IGES Institut GmbH Berlin. Unter anderem wird die Wissenschaft Leitung und Mitarbeitende der beteiligten Betreuungsdienste, Nutzerinnen und Nutzer sowie deren Angehörige mehrfach befragen. Ziel der Modellvorhaben ist die umfassende Bewertung der Wirkung des Einsatzes von Betreuungsdiensten auf die pflegerische Versorgung, um so festzustellen, welche Bestandteile in die Regelversorgung übernommen werden können. In die wissenschaftliche Evaluation werden im Rahmen einer Vergleichsgruppe auch ambulante Pflegedienste und niedrigschwellige Betreuungsangebote einbezogen.

Flankierend zur Umsetzung der Modellvorhaben wurde ein Begleitgremium eingerichtet. Darin sind Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit, der Länder, der kommunalen Spitzenverbände, der Verbände der Pflegekassen auf Bundesebene, von Angehörigenorganisationen und Leistungserbringerverbänden sowie die Wissenschaft vertreten.

Dokumente und Links