Hybrid-DRG

Spezielle sektorengleiche Vergütung nach § 115f SGB V

ein Arzt redet mit einer älteren Patientin

Gemäß § 115f SGB V vereinbaren der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einen Katalog an Leistungen, die auf Grundlage einer speziellen sektorengleichen Vergütung, genannt „Hybrid-DRG“, vergütet werden. Die erstmalige Vereinbarung sollte zum 31.03.2023 getroffen werden. Da die Vertragspartner keine Einigung erzielen konnten, hat das Bundesministerium für Gesundheit mit Wirkung zum 01.01.2024 eine Rechtsverordnung mit einem Startkatalog von Leistungen sowie den für diese Leistungen abrechnungsfähigen Fallpauschalen (Hybrid-DRG) erlassen.

Die weiteren Regelungen zur Abrechnung im Jahr 2024 regeln die Vertragspartner in separaten Umsetzungsvereinbarungen für Krankenhäuser und für Vertragsärzte.

Eine Vereinbarung über die Erweiterung des Leistungskatalogs ab dem Jahr 2025 ist zum 31.03.2024 vorgesehen.

Der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben sich auf wesentliche Umsetzungsregelungen für die Abrechnung der im Rahmen der Rechtsverordnung vom 19.12.2023 festgesetzten Hybrid-DRGs für das Jahr 2024 verständigt. Mit der Umsetzungsvereinbarung wird unter anderem eine Zwischenlösung zur Abrechnung der im Krankenhaus erbrachten Fälle ab dem 15.02.2024 beschrieben.

In der Vereinbarung zur Umsetzung des Abrechnungsverfahrens der speziellen sektorengleichen Vergütung gemäß § 115f SGB V (Hybrid-DRG Umsetzungsvereinbarung) vom 06.02.2024 haben sich der GKV-Spitzenverband und die DKG auf die wesentlichen Regelungen für eine technisch einheitliche Abrechnung von Hybrid-DRGs durch Krankenhäuser für das Jahr 2024 geeinigt.

Die Hybrid-DRG-Umsetzungsvereinbarung beinhaltet im Wesentlichen die nachfolgend aufgeführten Regelungen:

1. Übergangslösung und reguläre Abrechnung

Eine technische Übergangslösung zur Abrechnung von Hybrid-DRG-Fällen, die bis zum 30.04.2024 in das Krankenhaus aufgenommen wurden, ist für Krankenhäuser ab dem 15.02.2024 unter Verwendung einer Zwischenabrechnung möglich. Diese Fälle sind dann bis 31.08.2024 endabzurechnen. Die reguläre Abrechnung als Krankenhausbehandlung nach § 115 f SGB V ist ab dem 01.05.2024 möglich. Für eine eindeutige Fallabgrenzung wird zum 01.05.2024 ein neuer Aufnahmegrund (12 „Krankenhausbehandlung nach § 115f SGB V“) geschaffen. Die von den Krankenhäusern erbrachten und in Rechnung gestellten Leistungen sind von den Krankenkassen innerhalb von fünf Tagen nach § 415 Satz 1 SGB V nach Rechnungseingang zu begleichen.

2. Regelungen zur Abrechenbarkeit von Zusatzentgelten und anderen Entgelten

Für Leistungen, die im Rahmen der Groupierung in eine Hybrid-DRG nach § 115f SGB V fließen, ist ausschließlich eine Hybrid-DRG-Fallpauschale abrechnungsfähig. Die Abrechnung weiterer Entgelte (z. B. Pflegeentgelte, Zusatzentgelte etc.) ist ausgeschlossen.

3. Vermeidung von Doppelabrechnung

Bei einer stationären Wiederaufnahme einer Patientin oder eines Patienten am Tag der Entlassung nach einer Leistungserbringung nach § 115f SGB V, z. B. aufgrund von Komplikationen im Zusammenhang mit der Hybrid-DRG-Leistung, erfolgt eine Fallzusammenführung. Die sich aus der Neugruppierung der zusammengefassten Falldaten ergebende DRG-Fallpauschale ist dann anzurechnen.

4. Geltung des Entlassmanagements

Zur Sicherstellung der Anschlussversorgung findet das Entlassmanagement gemäß § 39 Absatz 1a SGB V Anwendung.

5. Herausnahme der Anlage 3c aus der FPV

Die Vertragsparteien haben die Streichung der Anlage 3c im Rahmen einer Änderungsvereinbarung zur Fallpauschalenvereinbarung 2024 (FPV 2024) vereinbart. Entgelte der Anlage 3c der FPV 2024 sind für die Hybrid-DRG nicht abrechenbar.

Diese Vereinbarung tritt zum 01.01.2024 in Kraft und gilt für den Vereinbarungszeitraum 2024.

Dokumente und Links