Leitfaden Prävention

Eine ältere Frau wirft einen Ball in die Höhe.

Mit dem GKV-Leitfaden Prävention legt der GKV-Spitzenverband in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene die inhaltlichen Handlungsfelder und qualitativen Kriterien für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und betrieblichen Gesundheitsförderung fest, die für die Leistungserbringung vor Ort verbindlich gelten. Der Leitfaden bildet die Grundlage, um die Versicherten zu unterstützen, Krankheitsrisiken möglichst frühzeitig vorzubeugen und ihre gesundheitlichen Potenziale und Ressourcen zu stärken. Maßnahmen, die nicht den in diesem Leitfaden dargestellten Handlungsfeldern entsprechen, dürfen von den Krankenkassen nicht durchgeführt oder gefördert werden.

Hinweis: Der Leitfaden Prävention wird zu den in § 20 Abs. 4 SGB V definierten Leistungen – individuelle verhaltensbezogene Prävention, Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten sowie betriebliche Gesundheitsförderung - modulweise weiterentwickelt; die Vorgaben aus dem Präventionsgesetz fließen in die Weiterentwicklung ein. Die Kapitel 1 „Präambel“, 2 „Grundlagen“ und 5 „Leistungen zur individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V“ liegen in der weiterentwickelten Fassung vom 9. Januar 2017 vor. Die Kapitel 3 „Präventions- und Gesundheitsförderungsziele der GKV“, 4 „Setting-Ansatz“, 6 „Betriebliche Gesundheitsförderung“ und 7 „Anhang“ sind noch in der Fassung vom 10.12.2014 grundsätzlich gültig.

Für die Umsetzung von Maßnahmen der individuellen verhaltensbezogenen Primärprävention, der Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung sind im Rahmen des GKV-Leitfadens Prävention ausschließlich die Krankenkassen vor Ort und nicht der GKV-Spitzenverband zuständig.

Seit August 2016 gibt es den Leitfaden Prävention in der stationären Pflege gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 SGB XI. Er legt die Kriterien für die Leistungen der Pflegekassen zur Prävention und Gesundheitsförderung in stationären Pflegeeinrichtungen fest.

Kurse: Präventionskurse richten sich an die einzelnen Versicherten (individuelle verhaltensbezogene Prävention nach Kapitel 5 Leitfaden Prävention). Die Kurse sollen Versicherte dazu befähigen und motivieren, sich gesundheitsförderlich zu verhalten, z.B. sich mehr zu bewegen (Verhaltensprävention).

Lebenswelt/Setting: Mit Gesundheitsförderungs- und Präventionsmaßnahmen in z.B. Kitas und Schulen sowie in Betrieben werden die Menschen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld angesprochen und erreicht. Außerdem wird dieses Lebensumfeld selbst zum Gegenstand gesundheitsförderlicher Veränderungen (Verhältnisprävention). Bei Maßnahmen der lebensweltbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention (Setting-Ansatz) werden verhaltens- und verhältnispräventive Elemente miteinander verknüpft. Die Gesundheitsförderungs- und Präventionsleistungen in Lebenswelten wie Kitas, Schulen, Kommunen sind in § 20a SGB V geregelt; auch die Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b Abs. 2 SGB V sind dem Setting-Ansatz zuzuordnen.

Für die individuelle verhaltensbezogene Prävention und die betriebliche Gesundheitsförderung wurden die folgenden Handlungsfelder mit teilweise mehreren Präventionsprinzipien ausgewählt:

Individuelle verhaltensbezogene Primärprävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V

Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten mit den Präventionsprinzipien

  • Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivität
  • Vorbeugung und Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme

Handlungsfeld Ernährung mit den Präventionsprinzipien

  • Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung
  • Vermeidung und Reduktion von Übergewicht

Handlungsfeld Stressmanagement mit den Präventionsprinzipien

  • Förderung von Stressbewältigungskompetenzen
  • Förderung von Entspannung

Handlungsfeld Suchtmittelkonsum mit den Präventionsprinzipien

  • Förderung des Nichtrauchens
  • Gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol / Reduzierung des Alkoholkonsums

Betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V

1. Handlungsfeld Beratung zur gesundheitsförderlichen Arbeitsgestaltung (verhältnispräventive Ausrichtung) mit den Präventionsprinzipien:

  • Gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeitstätigkeit und –bedingungen
  • Gesundheitsgerechte Führung
  • Gesundheitsförderliche Gestaltung betrieblicher Rahmenbedingungen (Bewegungsförderliche Umgebung, Gesundheitsgerechte Verpflegung im Arbeitsalltag, Verhältnisbezogene Suchtprävention im Betrieb)

2. Handlungsfeld Gesundheitsförderlicher Arbeits- und Lebensstil (verhaltenspräventive Ausrichtung) mit den Präventionsprinzipien:

  • Stressbewältigung und Ressourcenstärkung
  • Bewegungsförderliches Arbeiten und körperlich aktive Beschäftigte
  • Gesundheitsgerechte Ernährung im Arbeitsalltag
  • Verhaltensbezogene Suchtprävention im Betrieb

Empfehlung einer kombinierten Durchführung von verhaltens- mit verhältnisbezogenen Maßnahmen im Rahmen der praktischen Umsetzung der BGF

3. Handlungsfeld Überbetriebliche Vernetzung und Beratung mit dem Präventionsprinzip:

  • Verbreitung und Implementierung von BGF durch überbetriebliche Netzwerke

Lebensweltbezogene Gesundheitsförderung und Prävention nach § 20a SGB V

Die lebensweltbezogene Gesundheitsförderung und Prävention nach § 20a SGB V deckt bedarfsbezogen eine große Bandbreite ab mit Schwerpunkten bei den Themen Ernährung, Bewegung, Stressreduktion/ Entspannung, Stärkung psychischer Ressourcen.

Die Krankenkassen entscheiden über eine Förderung von Maßnahmen auf der Grundlage des GKV-Leitfadens. Sie können dabei innerhalb dieses Rahmens eigene Schwerpunkte setzen.

Die Mehrzahl der Krankenkassen hat die Zentrale Prüfstelle Prävention mit der Prüfung und Zertifizierung von Kursangeboten beauftragt. Interessierte Anbieter können sich direkt online dahin wenden.

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