Meldungen

Kurzmeldungen aus der Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Arbeit des GKV-Spitzenverbandes

Digitalisierung für die Pflege – Wie können wir die Pflegebedürftigen stärken?

(11.09.2019) In der heutigen GKV-Expertise-Veranstaltung in Berlin gibt die Forschungsstelle Pflegeversicherung des GKV-Spitzenverbandes einen Einblick in aktuelle und zukünftige Projekte für den Bereich Digitalisierung in der Pflege. Im Mittelpunkt steht eine vor kurzem abgeschlossene umfangreiche Studie „Digitalisierung und Pflegebedürftigkeit – Nutzen und Potenziale von Assistenztechnologien“, über Assistenztechnologien, die pflegebedürftigen Menschen den Alltag erleichtern. Mit dieser Untersuchung gibt es nun erstmals eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme und Auswertung zum (potenziellen) Nutzen dieser neuen Versorgungsform für Pflegebedürftige. Als Beispiel aus der Praxis wird dem Fachpublikum die ‚MemoreBox‘ auf der Veranstaltung vorgestellt.

Im Jahr 2018 hatte der GKV-Spitzenverband das Institut für Innovation und Technik (iit), Berlin, beauftragt, den Nutzen von Assistenztechnologien für Pflegebedürftige systematisch zu untersuchen und einen Angebotsüberblick für diese neue Versorgungsform zu erstellen. In der Studie ging es um konkrete Fragestellungen wie:

  • Welche unterschiedlichen Angebote von Assistenztechnologien für Pflegebedürftige gibt es weltweit?
  • Welchen Nutzen haben Assistenztechnologien für Pflegebedürftige im Alltag?
  • Welche Vorteile haben Pflegebedürftige, die Assistenztechnologien nutzen?
  • Auf welchem Entwicklungsstand sind diese Systeme heute?
  • Welches Potential haben Assistenztechnologien für eine Weiterentwicklung?
  • Aus welchen Gründen wurden Assistenztechnologien bisher nur sporadisch im pflegerischen Alltag eingesetzt.

In dem Untersuchungszeitraum von August 2018 bis März 2019 wurde erstmals der Nutzen von Assistenztechnologien für pflegebedürftige Menschen systematisch und umfassend erhoben. So hat beispielsweise die Nutzung der gestengesteuerten Videoplattform ‚MemoreBox‘ einen positiven Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten, die soziale Interaktion und Kommunikation, die Gangsicherheit sowie die allgemeine Stimmungslage stationär versorgter Pflegebedürftiger.

Übergeordnet zeigen die Ergebnisse, dass es zwar eine umfangreiche Forschung und Projektförderung gibt, es an qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Untersuchungen sowie an konkreten Nutzen- und Wirksamkeitsbelegen jedoch mangelt. Darüber hinaus deckte die Studie weitere Ansätze erfolgversprechender Assistenztechnologien auf, von denen sich etliche bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden oder erste Nutzennachweise belegen. Identifizierte Forschungslücken und Ansatzpunkte können den Weg für zukünftige Forschungsvorhaben weisen. Aus dieser Bestandsaufnahme können dann weitere Entwicklungs- und Umsetzungsmöglichkeiten für digitale Assistenztechnologien abgeleitet werden.

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