Entnahmepauschalen

Krankenhäuser, die eine Organspende durchführen, werden für den entstandenen Aufwand entschädigt. Die Auftraggeber nach § 11 Abs. 2 Transplantationsgesetz (TPG), GKV-Spitzenverband, Bundesärztekammer (BÄK) und Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), legen im Einvernehmen mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) jährlich eine differenzierte pauschale Vergütung fest, die dann von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) als Aufwandserstattung für Organentnahmen bei Postmortalspenden ausgezahlt wird. Die Pauschalen bilden neben den "erfolgreichen Organspenden" auch die sogenannten "frustranen Organspendeversuche" ab.

Pauschalen für Organspendekrankenhäuser 2016

Ablehnung durch Angehörige bzw. durch die Staatsanwaltschaft 505 Euro
Abbruch des Organspendeprozesses während der Aufrechterhaltung der Homöostase auf der Intensivstation nach erfolgter Zustimmung 1.283 Euro
Abbruch eines Organspendeprozesses im Operationssaal 3.752 Euro
Organentnahme (Einorganentnahme) 3.752 Euro
Organentnahme (Mehrorganentnahme) 4.693 Euro

Die Vertragspartner (GKV-Spitzenverband, DKG, BÄK sowie DSO) haben das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) beauftragt, die Höhe der vereinbarten Pauschalen für den Aufwandsersatz bei Organentnahmen zu evaluieren und im Rahmen einer Stichprobenerhebung die Istkosten für die Leistungen der Spenderkrankenhäuser jährlich zu kalkulieren (TPG-Kalkulation). Nach- bzw. neukalkuliert werden die Prozesse unmittelbar nach der Feststellung des Hirntods (Todeszeitpunkt) bis zum Abschluss der Organentnahme im Operationssaal (OP) (Spender verlässt den OP-Bereich).