Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Eine Patientin bekommt ihren Krankenschein von der Krankenschwester.

Im Rahmen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) werden auch Mehrwertanwendungen der eGK geprüft. Hierzu zählt unter anderem die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) sowie die elektronische Meldung von meldepflichtigen Erkrankungen.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) ist die Bestätigung eines Vertragsarztes oder Vertragszahnarztes über eine festgestellte Erkrankung des Patienten, die den Kranken am Erbringen der Arbeitsleistung hindert. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss dem Arbeitgeber gewöhnlich spätestens am vierten Tag der Erkrankung vorliegen, kann jedoch von ihm auch schon vorher verlangt werden. Die Krankenkasse bekommt in der Regel innerhalb von drei Werktagen die Informationen auf den vereinbarten Vordrucken durch den Vertragsarzt bzw. den Versicherten mitgeteilt.

Im Auftrag des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die Informationstechnische Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung GmbH (ITSG) in Zusammenarbeit mit dem GKV-Spitzenverband ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt durchgeführt, welches die Machbarkeit einer technischen Lösung für die Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung analysierte. Im Rahmen des Pilotprojektes wurden die fachlichen und technischen Anforderungen an die elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen (eAU) von Ärzten an Krankenkassen und Arbeitgeber in Form eines Konzeptes erarbeitet.

Jährlich werden ca. 77 Mio. Arbeitsunfähigkeiten festgestellt und die Bescheinigungen in vierfacher Ausführung ausgestellt - für den Arzt, den Versicherten, die Krankenkasse und den Arbeitgeber. Bereits am 11. Mai 2019 ist das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft getreten. Danach sollen die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen ab 2021 von den behandelnden Ärzten an die Krankenkassen nur noch digital übermittelt werden. Ein weiteres Gesetzgebungsverfahren - das Bürokratieentlastungsgesetz - befasste sich mit dem Übermittlungsweg zwischen Versicherten und Arbeitgeber, welcher ebenfalls ab 2021 elektronisch sein wird.

Eine Elektronifizierung des Verfahrens bietet viele Vorteile:

  • Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung kann sicherer und schneller an den Arbeitgeber und die Krankenkasse zugestellt werden.
  • Das Verfahren zur Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung könnte die Versicherten von der Zustellpflicht an den Arbeitgeber sowie die Krankenkasse entbinden.
  • Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsmeldung kann vom Arbeitgeber unmittelbar nach Ausstellung in der Produktionssteuerung berücksichtigt werden.
  • Die elektronische Fassung der eAU beseitigt Medienbrüche und reduziert die Erstellungs- und Übermittlungskosten.
  • Das Verfahren zur Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung sorgt für die lückenlose Dokumentation bei den Krankenkassen und sichert damit den korrekten Ausgleich bei der Zahlung von Krankengeld und im Umlageverfahren nach dem Aufwandsausgleichgesetz.

Animationsfilm So könnte die eAU funktionieren