Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

ein Mensch hält ein Handy, eine App mit Diabetiker-Tagebuch ist geöffnet

Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) vom 09. Dezember 2019 hat der Gesetzgeber einen neuen Leistungsanspruch auf die Versorgung unter Verwendung von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) geschaffen. Zur Implementierung dieser Leistungen hat der GKV-Spitzenverband neue Aufgaben erhalten:

  • mit den DiGA-Herstellern mit Wirkung für alle Krankenkassen Vergütungsbeträge für DiGAs nach § 134 Abs. 1 SGB V zu vereinbaren,
  • mit den maßgeblichen Spitzenorganisationen der Hersteller von DiGAs auf Bundesebene eine Rahmenvereinbarung über die Maßstäbe für die Vereinbarungen der Vergütungsbeträge nach § 134 Abs. 4 SGB V zu vereinbaren,
  • mit den maßgeblichen Spitzenorganisationen der Hersteller von DiGAs auf Bundesebene eine gemeinsame Schiedsstelle zu bilden (§ 134 Abs. 3 SGB V)
  • Form und Inhalt des Abrechnungsverfahrens der DiGA in einer Richtlinie nach § 302 Abs. 2 SGB V zu bestimmen.

In einer Gemeinsamen Erklärung haben Krankenkassenverbände und Herstellerverbände die inhaltliche Ausgestaltung des DiGA-Versorgungsprozesses beschrieben. Ziel ist es, den Versorgungsprozess der Versicherten und Patienten für die Nutzung der digitalen Anwendungen nach § 33a SGB V in Grundzügen so auszugestalten, dass sie zügig in der Versorgung etabliert und notwendige Verwaltungsprozesse möglichst einfach gestaltet werden.

Die Richtlinie zum DiGA-Abrechnungsverfahren wurde in einer Arbeitsgruppe der Krankenkassen unter der Leitung des GKV-Spitzenverbandes seit März 2020 erarbeitet und wurde im Juli beschlossen. Sie regelt das Nähere über Form und Inhalt des Abrechnungsverfahrens zwischen den Anbietern von DiGAs und den Krankenkassen - auch bei der Abrechnung im Wege elektronischer Datenübertragung und der Verwendung von Verordnungen in elektronischer Form. Vorgesehen ist, dass der Versicherte einen Freischaltcode/ Rezeptcode von der Krankenkasse erhält, mit dem er die DiGA freischalten kann. Die ersten zwei Stellen des Freischaltcode/ Rezeptcodes identifizieren dabei eindeutig die Krankenkasse. Damit wird der DiGA-Hersteller in die Lage versetzt, den Freischaltcode/ Rezeptcode gegenüber der jeweiligen Krankenkasse auf Gültigkeit zu prüfen und die Rechnungsdaten inklusive des Freischaltcodes/ Rezeptcodes elektronisch an die Krankenkasse zu übermitteln.

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