Meldung vom 14.01.2020

Verdi pocht auf Schutz des Pflegepersonals vor Überlastung

Berlin (AFP) - Die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi pocht darauf, das Personal in der Pflege künftig besser vor Überlastung zu schützen. Notwendig seien Regelungen für die Nachtschichten und die Verteilung der Pflegestellen im Krankenhaus, betonte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler am Dienstag bei der gemeinsamen Vorstellung eines Konzepts zur Personalbemessung mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Deutschen Pflegerat (DPR). "Außerdem müssen Personalausfallkonzepte Beschäftigte vor Überlastung schützen." "Ein Instrument zur Bestimmung einer angemessenen Personalausstattung ist überfällig", erklärte der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner. "Seine konsequente Umsetzung ist auch ein Beitrag zur Beendigung der Personalkrise in der Pflege im Krankenhaus." Vor Ort müssten "zeitnah spürbare Verbesserungen für die Pflegefachpersonen" erreicht werden. Das von den drei Organisationen vorgelegte Personalbemessungsinstrument "PPR 2.0" stellt eine grundlegende Überarbeitung der Pflege-Personalregelung (PPR) dar. Dabei wurden die zu erbringenden Leistungen und Zeitwerte an die aktuellen Anforderungen einer guten pflegerischen Versorgung angepasst. In einem Test mit 44 Krankenhäusern habe sich das neue das Pflegepersonalbemessungsinstrument als "gut anwendbar" erwiesen, hieß es in der Erklärung. "Mit der PPR 2.0 ist es uns gelungen, ein unbürokratisches Personalbedarfsbemessungsinstrument vorzulegen, das eine bedarfsgerechte pflegerische Versorgung der Patienten im Krankenhaus abbildet", erklärte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. Nach Einführung des Instruments solle auf die gesetzlichen Pflegepersonaluntergrenzen und ihre Ausweitung verzichtet werden, da jetzt ein weitaus bedarfsgerechteres Verfahren zur Sicherung der Pflegequalität zur Verfügung stehe. Im Rahmen der "Konzertierten Aktion Pflege" der Bundesregierung hatten sich der Pflegerat, Verdi und die DKG verpflichtet, ein Instrument zur Bemessung des Personalbedarfs im Krankenhaus als Interimslösung zu erarbeiten. Nach Schätzung von Experten fehlen bundesweit rund 100.000 Pflegekräfte.