Meldung vom 07.02.2018

Ärzte und Krankenkassen begrüßen Gesundheitspläne der großen Koalition

Berlin (AFP) - Die Verabredungen von Union und SPD zur Gesundheitspolitik sind von Krankenkassen und Ärzten begrüßt worden. Vor allem die beim größten Streitthema Arzthonorare für Privat- und Kassenpatienten geplante Prüfung durch eine Kommission stieß am Mittwoch auf Zustimmung. Es sei ein "guter Schritt", die Machbarkeit der diskutierten Angleichung durch eine Kommission zu untersuchen, erklärte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, nannte es "sehr vernünftig", dieses sehr strittige Thema nicht unter Zeitdruck zu entscheiden. "Damit haben alle Beteiligten die Möglichkeit, sich noch einmal eingehend mit den verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für ein modernes Vergütungssystem wie auch den möglichen strukturellen und finanziellen Verwerfungen auseinanderzusetzen", erklärte Montgomery. Die Kommission soll bis Ende nächsten Jahres Vorschläge für eine Reform der Arzthonorare für Kassen- und Privatpatienten erarbeiten, der Streit über die Unterschiede zwischen privat und gesetzlich Versicherten war einer der Knackpunkte der Koalitionsverhandlungen. Pfeiffer erklärte, darüber hinaus sei zu begrüßen, dass die Koalition die Pflege stärken wolle. Dies sei ein wichtiger Schritt. Der Koalitionsvertrag greife auch viele weitere wichtige Themen auf, etwa bei der Digitalisierung, Notfallversorgung oder Prävention. Ärztekammer-Präsident Montgomery lobte "richtige Akzente" des Koalitionsvertrags beim Thema Gesundheit. Er zählte dazu die Maßnahmen gegen den Ärztemangel, Förderungen von Landärzten oder den Ausbau der Strukturfonds. Der Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, erklärte, die von Union und SPD geplante Initiative zur stärkeren Vernetzung und Zusammenarbeit sei überfällig. "Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Koalitionsvertrag mehr Wettbewerbsinstrumente vorsieht und die Krankenkassen nicht nur als Zahler aufruft."